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Pressemeldung: “Europäerinnen” – weibliche Vor-Bilder in Brüssel. Frauen haben in Europa in den unterschiedlichsten Bereichen Hervorragendes geleistet. Es sind großformatige Fotoportäts von 65 außergewöhnlichen Europäerinnen jetzt in Brüssel zu sehen – darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel, die die Ausstellung eröffnete.

Tolle Idee, endlich mal! Aber halt. Sind das nun Frauen an deren Leistung, Handeln und Wirken sich andere Frauen und Männer ein Beispiel nehmen können, oder was ist mit “weibliche Vor-Bilder” gemeint? Sind das Vertreter des Homo Sapiens, die nur zufällig genotypisch “weiblich” und ansonsten Männer sind? Ist weiblich sein für sich betrachtet etwas Besonderes? Da möchte ich dann lieber kein Nach-Bild werden. Nur das, was Männer in der Vergangenheit an Mist gemacht haben nun mit besonderer Werve nach- oder schlimmer zu machen, ist für mich nichts, wofür ich mich begeistern lasse. Anstatt den Idealen von Frauen Geltung zu verschaffen und in unserer Gesellschaft endlich für deren Achtung zu sorgen, funktionieren diese weiblichen Vorbilder oft nur wie, oder von mir aus besser, als ihre männlichen Parallelen. Frau zu sein ist nichts wert, aber weiblich zu sein und trotzdem wie ein Mann zu leben ist eine bewundernswerte Leistung! Versteh’ ich als Mann leider nicht. Bin eben begrenzt in meinen männlichen Fähigkeiten. Und nochwas, ds ich nicht verstehe, wozu bedarf es einer Ausstellung weiblicher Vorbilder? War bisher nicht klar, dass auch Frauen wie Madame Curie, Hildegard von Bingen, um nur zwei zu nennen Hervorragendes und Nachahmenswertes geleistet haben? Gut, vielleicht ist es Zeit solche Frauen ins Blickfeld zu rücken. Mag sein, ok.

Frau zu sein und bewusst als Frau zu leben, beeindruckt mich mehr. Mann zu sein, die eigenen Verhaltensweisen in Frage zu stellen, zu prüfen, ob die Sicht- und Lebensweise der Frauen nicht bessere Alternativen bietet die Gesellschaft zu entwickeln, halte ich für den klügeren Ansatz. Solange Frauen immer noch glauben, dass Hosen zu tragen und zu rauchen einen Fortschritt darstellt, fürchte ich sie sind auf dem Holzweg. Welchen Sinn macht es genauso zu sein wie Männer? Davon gibt es doch auch so schon genug. Oder ist Frau erst Mensch, wenn sie Mann ist? So ein Quatsch!
Nun ja, Vorbilder sind immer Geschmacksache und einigen der abgebildeten “Weiblichen”, würde ich weder als Frau noch als Mann nacheifern wollen. Aber das ist zweitrangig. Mich ärgert es, dass eine der interssantesten Spezies der Erde, die Frauen, auszusterben drohen. “Nur” Frau sein ist offensichtlich nicht mehr gefragt. Werte, die von Frauen verkörpert werden sind nichts wert. Was Sie sind nur Hausfrau? Oh Gott, wie bedauernswert! Man muss Bundeskanzler(in), Schriftsteller(in), Politiker(in) (sehr fragwürdiges Vorbild!) oder Begründerin einer Frauenbewegung sein.
Frau, Mann, Mensch zu sein und sein Leben nach den eigenen Vorstellungen mit einem Sinn und Lebensfreude zu erfüllen ist kein erstrebenswerter Zustand mehr? Ich meine doch und zwar jeder nach seiner Fasson, nicht in der Presswursthülle des Verhaltensmusters anderer Vorbilder gefangen zu sein!

“Normal” zu sein und zufrieden ist für mich weit aus erstrebenswerter als unter Verneinung dessen, was Frauen oder Männer als solche kennzeichnet, in Rollen zu schlüpfen, die vor angeblicher Wichtigkeit strotzen. Kindergärtnerin, Krankenschwester, Müllmann, Flaschner, Gärtner, Arzt, Bäcker, von mir aus Taxifahrerin. Das sind meine Helden und Idole und es spielt eine sehr sekundäre Rolle ob sie mit männlichen oder weiblichen Gonaden auf die Welt gekommen sind.

Liebe Frauen bleibt was Ihr seid und seid doch endlich stolz darauf anders zu sein. Don’t dream it, be it! Lebt es! Zeigt den Männern, wie toll es ist die Welt mit Frauenaugen sehen zu können. Wenn´s irgendwann nur noch Männer und Männinnen oder noch schlimmer nur noch weibliche und männliche Männinnen gäbe, hätten Frauen umsonst gelebt. Wehrt Euch, Frauen!

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